Vereinsgeschichte

Zur Entstehungsgeschichte des FCK-Greifswald e.V.

Der Faschingsclub Kernenergie Greifswald e.V. wurde im Jahre 1971 gegründet.



Woran sollte ein Faschingsclub wohl gemessen werden, wenn nicht an der Qualität der von ihm vorbereiteten und durchgeführten Veranstaltungen? Unser Fasching war und ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Bis 1990 besuchten etwa 70.000 Närrinnen und Narren unsere Veranstaltungen. Nach der Wende als nur noch kleinere Säle als das Kreiskulturhaus zur Verfügung standen und die Menschen die Mark (Euro) in der Tasche 3 mal umdrehten, bevor sie sie in den Geldkreislauf zurückgaben, hat sich die Zahl unserer Anhänger zwar verringert, ist aber immer noch beachtenswert. Die Zahl der Besucher unserer Veranstaltungen betrug von 1990 bis zum 2009 etwa 16.000, obwohl wegen des Golfkrieges 1991 der Fasching ausfiel.



Wir sind stolz darauf, dass also seit seiner Gründung am 11.11.1971 unser Verein über 100.000 Menschen Freude, Erholung und Entspannung bieten konnte.
Der FCK-G, 1971 noch schlicht "Elferrat des Kernkraftwerkes" genannt, ging aus dem Elferrat des Kernkraftwerkes Rheinsberg hervor. Die Väter des FCK-Greifswald waren auch die Väter des Rheinsberger Carnevalsclubs. 1977 feierten wir in Greifswald das 10-jährige Jubiläum. Das heißt, es wurde 2mal ein 10-jähriges Jubiläum gefeiert, das Erste 1977 und das Zweite 1981. Ein Kabarett, eine Diskothek, damals "Tanz nach Tonband" genannt, und eben Fasching, waren diejenigen Veranstaltungen, die ausschließlich aufgrund unserer Initiative aus der Taufe gehoben wurden, um dem grauen Alltags- und Kneipenniveau ein Äquivalent entgegenzusetzen. Wir verehrten Künstler, wie Biermann, Krug und die Beatles und fanden Mittel und Wege, entgegen den Auffassungen der Obrigkeit, auf unseren Veranstaltungen den jungen Menschen Musik zu bieten, die uns passte. Das Gebot, 40% West zu 60 % Ostmusik, wurde mit Mitteln überwunden, die zum Lachen anregen könnten, hier aber aus Platzgründen nicht erläutert werden. Warum wird diese Geschichte im Zusammenhang mit der besonderen Eigenart unseres Faschings erwähnt?



Unser Fasching ist praktisch eine Symbiose von Kabarett, Diskothek und Karneval.
Wenn wir uns Karnevalsveranstaltungen aus den Hochburgen des Karnevals ansehen, können wir nur müde gähnen und wem klar ist, dass unsere Veranstaltungen ausschließlich von Laien vorbereitet werden und praktisch nur in 1 oder 2 Proben zur Bühnenreife gelangen, kann nur ehrfürchtig staunen.
An dieser Stelle soll noch erwähnt werden, dass wir vielen jungen Menschen die Fähigkeit mit auf den Lebensweg gegeben haben, ihr Selbstvertrauen zu stärken, vor hunderten Zuschauern zu schauspielern, zu singen und zu tanzen.



Nach der Wende durchlebte der Verein schwierige Jahre, vor allem das die Veranstaltungsorte betrifft. Das Kreiskulturhaus wurde mit der Wende geschlossen. Wir wechselten zum Logenhaus, auch dieses wurde nach einem Besitzwechsel geschlossen. Über ein Vereinshaus einer Kleingartenanlage und einer Sporthalle feiern wir nun das dritte Jahr in der Schwedenschanze in Weitenhagen. Wir sind sehr froh über diese Spielstätte und über die sehr gute Zusammenarbeit mit den Inhabern.



1962 in Rheinsberg

Aller Laster Anfang – 1962 in Rheinsberg
(Beitrag von Herbert Lafery)

Es war 62, bei Mausepaul, Stunde Null.
Helmut und Herbert, beide full,
die träumten von den schönen Stunden,
als Erholung sie gefunden ,
in Zittau nach des Studiums Plagen.
Anstatt den Formeln nachzujagen,
war Helmut schon im Elferrat
und schritt schon damals keck zur Tat,
als Narr den Purzelbaum zu schlagen,
und jeder Närrin nachzujagen.

Auch Herbert war schon froh dabei,
als Franzmann sang er mancherlei
und war der Primus wie man weiß,
der Klassennarr’n mit ihrem Scheiß.

Nun war schon damals Rheinsberg schön.
Man konnt‘ so schön spazierengeh’n
und Hexis, Blondis und dergleichen,
die konnten uns ganz schön erweichen.

Doch war an sich kaum etwas los,
nur immer auf dem grünen Moos
und Skat, und halbe Liter saufen,
es war schon recht zum Haare raufen.

Bei dieser Mausepaul-Faximpelei,
entstand spontan das tolle Ei,
das Columbus einst entdeckt.
Schon war der Fasching ausgeheckt.

Ja, Fasching hieß des Columbus Ei,
denn gegen Karneval war die Partei,
und Herbert, als der Jugend Häuptling,
organisierte damals schon manches Ding.

Auch „Tanz nach Tonband“ hat er verbrochen
und mit dem Erlös die Kreisleitung bestochen.
Ja, man hörte sogar aus Neuruppin:
„Vorbildlich, sogar Fasching woll’n se abziehn.“
Die Nörgler aus den eigenen Reih’n,
hatten die Schnauze zu halten und still zu sein.

Die Frage des Geldes war noch zu klär’n.
Da mußten wir gar nicht lange mähr’n.
Der Faschingsmuffel und Ökonom,
Roland Dubrow, der schaffte das schon.
und dabei fällt mir grinsend ein:
„Auch Faschingsmuffel können Faschingsväter sein!“

Am 23.03.1963 war der Beginn,
zunächst noch mit der Baustelle im Sinn,
übten wir noch manches Jahr,
bis der RCC 1968 geboren war.

1971 in Greifswald

Der Laster Fortsetzung 1971 in Greifswald
(Beitrag von Herbert Lafery)

Zu den Greifswalder Faschingsvätern, die auch bereits den RCC aus der Taufe hoben zählen:

Dr. Helmut Müller, Herbert Lafery, Reiner Vtelensky, Gerd Baumberger, Horst Fiedanowski, Volker Müller, Wilfried Wiedemann, Dr. Klaus Dieter Schulz

Das sind 8 von 11 Rheinsberger Ministern, die in Greifswald als aktive Elferratsmitglieder, oder eifrige Förderer des Faschingsgedankens in Greifswald für eine nahtlose Übertragung der Rheinsberger Faschingstradition auf Greifswald sorgten.

Und das war 1971, am 11.11.1971 trat zum ersten Mal der Elferrat des Kernkraftwerkes Greifswald zusammen. Wir waren faktisch der komplett importierte Elferrat aus Rheinsberg und nur der Initiative der verbliebenen Faschingsväter in Rheinsberg, besonders von Sigi Schweizer, und der Faschingslust der Rheinberger ist zu verdanken, daß der Rheinsberger Fasching auch weiter seine hervorragende Tradition aufbauen konnte.

An diesem Punkt möchte ich unseren Mutter- und Bruderverein, den RCC in alter Freundschaft mit seinem Schlachtruf grüßen, so wie es sich gehört mit Rhin Helau. Wir bedauern, daß der RCC heute nicht bei uns sein kann.

Die Frage nach dem Erfolg unseres Faschings, der sich in seiner Tradition als Greifswalder kulturelles Ereignis Num-mer 1 in den 70er und 80er Jahren erwies, ist schnell beantwortet.

Die Faschingsväter schufen eine erfolgreiche Symbiose aus Kabarett, Disko und Karneval. Diese Symbiose war damals einfach erforderlich und entsprach dem akuten Bedürfnis der Menschen, nicht nur der Jungen, sich neben harter Arbeit auch zu entspannen und zu amüsieren.

Wenn wir Veranstaltungen aus den Hochburgen des Karnevals ansehen, können wir zwar einige Anregungen entnehmen, ansonsten aber nur gelangweilt gähnen. Ich habe noch nie eine solche Veranstaltung im Fernsehen bis zum Ende ertragen können, und das nicht nur wegen der natürlichen Unterschiede in den lokalen Schwerpunkten.

Wenn wir an den Beginn in Greifswald zurückdenken, dürfen wir auf keinen Fall unseren 1. Schirmherren, Richard Fischer und unseren Gewerkschaftsboß Klaus Pohlmann vergessen, die uns nicht nur bei der Umsetzung unserer Faschingsideen tatkräftig unterstützten, sondern in vielen Veranstaltungen selbst mit auf der Bühne standen.

Besonders dankbar bin ich Richard Fischer, der sich auch in die Vorbereitung dieser Veranstaltung aktiv einschaltete. Sein Beitrag für unsere Jubiläumszeitung kam leider etwas zu spät an und konnte nicht mehr aufgenommen werden. Deshalb möchte ich diese für uns verfasste Prominentenstimme verlesen:

„Es war vor 30 Jahren, als schöne Frauen und lustige Männer aus der sich formierenden Betriebsmannschaft des Kraftwerkes den KKW-Fasching aus der Taufe hoben. In den folgenden Jahren wuchsen das Werk, die Mannschaft und auch der Kernkraftwerkerfasching. Er wurde zum Betriebsfest erhoben, das alle Betriebsangehörigen mit Kind und Kegel und viele Gäste jedes Jahr besuchten. Die Aktiven liefen zur Höchstform auf, entwickelten volkskünstlerische Spitzenleistungen und das Faschingsvolk amüsierte sich toll. Wenn auch anfangs im Territorium etwas argwöhnisch betrachtet, war der KKW-Fasching bald fester Bestandteil des „Geistig kulturellen Lebens“ am Greifswalder Bodden. Nun wird das Werk immer kleiner und mit ihm die noch beschäftigte Mannschaft, aber der Kernkraftwerker-Fasching lebt und erfreut nach wie vor seine Fans. Ich wünsche allen aktiven Karnevalisten, ob als Mitwirkende auf der Bühne oder als Mitfeiernde im Saal alljährlich weiterhin viel Faschinsfreuden, ausgelassene Stimmung und „for ever Greif Helau“!“

Wir danken Richard, unserem 1. Schirmherrn mit einem dreifachen  Greif Helau

Höllenfasching 1973

Höllenfasching 1973 - Begrüßungsrede
(Geschrieben von Herbert Lafery)

Du Teufelin im spärlichen Flatterhemd,
Du höllisches schwarzes Miezekätzchen,
Du, mit dem Miniröckchen im Sünderpfuhl,
kommt, gebt mir alle drei ein Schmätzchen.

Was hockt ihr da, Ihr Teufelsbraten,
Ihr Sünder aus dem Höllenland?
S'ist nicht die Zeit zum Trübsal blasen.
Nehmt lieber Slivowitz zur Hand!

Zapft an das Faß mit Pilsner Bier,
den Wodka auf den Tisch gestellt,
doch seht Euch vor, und gebt gut acht,
daß Ihr von Bacchus Schlag nicht fällt!

Verdammt sind heut' die Moralisten!
Humor muß her, d'rum her den Wein.
Heut' heißt's den Kummer überlisten,
Eddi komm' her und schenk' mir ein!

Rückblende

Rückblende um 23 Jahre
(Beitrag von Herbert Lafery)

Heute vor 23 Jahren feierten wir zum erstenmal das 10-jährige Jubiläum des Elferrates. Die Rheinsberger Jahre wurden mitgezählt. Das 1981 zum 2. mal das 10-jährige Jubiläum gefeiert wurde, lag einfach daran, daß wir uns doch mehr und mehr als eigenständige Greifswalder Narren fühlten. Außerdem hat unser lieber Gerd als Kassenboß einen guten Grund gesehen einen 11.11. zu feiern über den noch Generationen träumen können. Das kalte- und heiße Bufet wird sicher für alle FCK-Zeiten unübertroffen bleiben.

Von dem historischen Ersten 10-jährigen 1977 hier einige Auszüge aus der Rede:
Die Aussagen betreffen den Faschingsurvater, Helmut Müller und einige Aktive, die auch heute beim 30. unter uns sind.


„10 volle Jahre sind es nun,
die Helmut uns führt zu Faschingsruhm.
Wir fühlen voller Schmerzen,
Dein Fortgang reißt ‚ne Lücke auf
in unser’n Faschingsherzen.

Doch Deine Saat geht fruchtbar auf.
Der Fasching nimmt auch seinen Lauf.
Wenn wir schon längst verblichen,
und unsre Enkel Bärte ha’m,
wird Fasching nicht gestrichen.

Drum sieh‘ Dich um, sei frohen Mut’s.
Leere Dein Glas und sag:“Was tut’s!“
Mit diesen Faschingsriesen
wird mein Werk nicht untergeh’n.
Die Muffels soll verdrießen.

Sieh‘ hier die Jubiläumsschar,
die mit Dir kämpfte Jahr um Jahr,
daß Fasching nicht Klamauk ist,
doch höheres Lebenselixier,
das man nicht so schnell vergißt.

Herber Lafery trieft sogar
an Deiner Seite das 10. Jahr.
Wenn Unterstützung fehlte,
dann bautest Du zu Recht auf ihn,
und seine Stimme zählte.

10 volle Jahre Geigenspiel,
die wurden Reiner nicht zu viel.
Als Seele uns’rer Runde
hat er uns stets in Schwung gebracht.
Wir danken ihm im Bunde.

Fast genauso ist bewährt,
der Mann, der polnisch nur verehrt
und Säle dekorieren.
Mein lieber Willi:“Dankeschön!“
Dich darf man nicht verlieren.

Schon viele Jahre, denkt Euch nur,
ist Gerd den Karten auf der Spur.
Mit seinem Koffer sorgt er
dafür, daß niemand durstig ist,
und wer nicht zahlt, dem borgt er.

Nun sieh‘ die nächste Garnitur.
Das sind schon nicht mehr Laien nur.
Und ihre Faschingsseele
entwickelt sich von Jahr zu Jahr.
Mit Recht auch auf sie zähle.

Siehst Du dort den Klamotten-Reiner?
Er ist von uns der Besten einer;
und jede süße Biene
macht er für uns nochmal so schön.
Er ist stets auf dem Kiene.

Bulli ist unser Wundermann.
Zur rechten Zeit kam er bei uns an.
Ob Duren oder Lieder,
auch Kamele baut er schon,
schaut gern in manches Mieder.

Als Kalle seine Walli nahm,
da ward er sofort sichtbar zahm.
Doch diesen Fan des Faschings
hat nicht mal Walli kleingekriegt,
das war der Pfiff, das dünne Dings.

Ist Peter Weber mal in Not,
bekommt von uns er Schonplatz-Rot.
Die Karten, die verscheuert er,
doch soviel er auch ausgibt,
die Massen wollen immer mehr.

Das zu unserer Tradition und darauf ein
donnerndes 3-faches

Greif Helau